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Demo gegen den geplanten Bau

Güllebecken auf der Grafschaft

Den Gelsdorfern stinkt's - Demo gegen den geplanten Bau

Von Victor Francke

GELSDORF. "Gülle-Gestank macht alle Menschen krank", war auf einem der Plakate zu lesen, die gestern rund einhundert Gelsdorfer mit sich führten, um gegen den geplanten Bau eines 20 mal 50 Meter großen Güllebeckens zu protestieren. Fünf Millionen Liter Gülle soll das fünf Meter tiefe Becken füllen. Rund einhundert Gülle-Gegner zogen in Gelsdorf protestierend aufs Feld. Foto: Martin Gausmann
Gülle, die aus den Niederlanden importiert werden soll. "Nicht mit uns!", skandierten gestern die demonstrierenden Gelsdorfer. Sie befürchten nicht nur eine massive Geruchsbelästigung und eine Wertminderung ihrer Häuser und Grundstücke, sondern auch eine Gesundheitsgefährdung.
Landwirt Theo Münch versteht die Aufregung nicht: "Es wird nicht die unterstellte Geruchsbelästigung von dem Becken ausgehen. Der Standort fernab von der Wohnbebauung ist bewusst so gewählt worden. Ein von mir in Auftrag gegebenes Gutachten untermauert das."
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"Geld stinkt doch", meinten einige Plakatträger in Anspielung auf einen angeblichen Profit, den der Besitzer des künftigen Gülle-Sees mit der Import-Jauche erzielen könnte. "Bürger frustriert, Bauer kassiert", hieß es auf dem Protestzug, der in Richtung des Standorts für das geplante Becken zog. Längst hat sich auf der Grafschaft eine Bürgerinitiative gebildet, die gegen den Bau des Beckens vorgehen will. Heute werden Landrat Jürgen Pföhler 1000 Unterschriften von Bürgern im Kreishaus überreicht, die mit der Planung nicht einverstanden sind.
Allerdings: Im Außenbereich darf sehr wohl eine solche Anlage gebaut werden. In Gelsdorf läge sie rund einen Kilometer von der Wohnbebauung entfernt. Wenn da nicht der Wind wäre. Je nach Windrichtung könnten Gelsdorf, Eckendorf oder Vettelhoven einer von dem offenen Becken ausgehenden Geruchsbelästigung ausgesetzt sein.
"Wir können und wollen das so nicht hinnehmen", meinte Reinhold Hermann, der Vorsitzende der Bürgerinitiative, der sich nach seinen Angaben inzwischen 100 Bürger angeschlossen haben. Hermann ist sich sicher, dass er kein lokales oder regionales Problem aufgegriffen hat. Auch andernorts gebe es die Probleme mit dem Gülleauftrag und seinem Ammoniakgehalt.
Ohnehin sehen Hermann und seine Mitstreiter die Gefahr einer permanenten Überdüngung und somit einer Bodengefährdung. Die Politik sei nun gefordert. Sie müsse dafür sorgen, dass Agrarwirtschaft nur auf einwandfreien Böden stattfinden dürfe. Gülle sei ein Abfallprodukt aus der Massentierhaltung. Dort eingesetzte Chemie gelange über die Ausscheidungen in die Gülle. Deshalb war man sich gestern sicher: "Bürger, Bettler, Edelmann - alle geht die Gülle an."Artikel vom 23.10.2013

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Tag der offenen Höfe und Betriebe in Gelsdorf

Tagen der offenen Höfe

Mehr als 10.000 Besucher kamen nach Gelsdorf

Von Volker Jost GELSDORF.

"Die Veranstaltung ist zum Selbstläufer und zum Publikumsmagneten geworden." Das stellte Kreisbeigeordneter Horst Gies am Samstag bei der Eröffnung der Tage der offenen Höfe in Gelsdorf fest. Und: "Es ist ein Höhepunkt für den gesamten Kreis Ahrweiler."

Vor allem die Kinder zog es in die offenen Ställe der Gelsdorfer Bauernhöfe.

Foto: Martin Gausmann


Schon am Morgen drängten sich Tausende von Besuchern durch den Ort und wagten Blicke hinter die weit geöffneten Scheunentore der Bauernhöfe und die einladend aufgesperrten Werkstatttüren des heimischen Handwerks. Und vor allem Stadt-Kinder lernten beim Streicheln des Hornviehs: "Kühe sind nicht lila." Ein Umstand, der besonders Ortsvorsteher Andreas Ackermann schmunzeln ließ. Er forderte die Besucher auf, sich "Zeit fürs Dorf zu nehmen".
"Hier wurde ein Forum geschaffen, dass für Jung und Alt spannende und interessante Einblicke in die wichtigsten Bereiche des ländlichen Lebens gibt", so Gies weiter.
Das Wochenende der Landwirtschaft, des Handwerks und der Genüsse biete den Besuchern eine einzigartige Möglichkeit, Obstbau und Viehzucht selbst zu erleben. Dabei dürfe man gerne Frage stellen, über alles diskutieren und dabei auch die breite Leistungspalette der Grafschafter Betriebe kennen lernen.
Die Familienbetriebe in Gelsdorf seien der Tradition verpflichtet, stellten sich aber auch den Herausforderungen des Marktes von morgen, wusste Gies. Im Obstanbaugebiet Grafschaft hätten etliche Betriebe ihre Zukunft in der verstärkten Direktvermarktung gefunden, was der Slogan "Produkte aus der Region für die Region" verdeutliche. Gerade in diesen Bereichen bedürfe es vielfältiger Anstrengungen, um erfolgreich am Markt bestehen zu können. Daher sollten auch die heimischen Bauern diese Plattform nutzen, um ein großes und interessiertes Publikum von den Vorteilen ihres Berufsstandes zu überzeugen.
Ohnehin habe sich die Gemeinde Grafschaft als starker Wirtschaftsstandort mit innovativen und investitionsstarken mittelständischen Unternehmen positioniert, anerkannte Gies. "Hier hat man früh erkannt, welche Bedeutung die Stärkung der Wirtschaft sowie der Erhalt von bestehenden und die Ansiedlung neuer Arbeitsplätze haben." Der Gewerbepark Gelsdorf und der Innovationspark Rheinland, den sich Haribo als neuen Standort auserkoren habe, seien wirtschaftliche Aushängeschilder der Gemeinde.
Bürgermeister Achim Juchem schlug dann den Bogen von Haribo zu den Gelsdorfer Bauern, denn nicht weniger als ein halbes Dutzend von ihnen "sind in unterschiedlicher Art und Weise Zulieferer für die Goldbären". Gelsdorf verfüge darüber hinaus über eine intakte Dorfgemeinschaft und ein reges Vereinsleben mit Feuerwehr, Kirchenchor, Junggesellen und den Möhnen. Die offenen Höfe seien ein Spiegel des Gemeinschaftssinns und des Heimatgefühls der Gelsdorfer.
Bruno Kleuser, Vorsitzende der Interessengemeinschaft, begrüßte zur 18. Auflage der offenen Höfe besonders Ahrweinkönigin Jennifer Knieps. Sie freute sich ebenso über zahlreiche kleine und große Sehenswürdigkeiten wie Kreisbauern- und Winzerchef Hans Boes und Geschäftsführerin Ursula Krupp. Die Kapelle der Freiwilligen Feuerwehr aus dem Schwarzwaldort Marxell-Schielberg sorgte mit rund 20 jungen Musikern für die flotte Begleitmusik und zugleich für hochprozentigen Ausschank. Eine langjährige Freundschaft verbindet die Schwarzwälder mit Gelsdorf.
Bis Sonntagabend wurden in Gelsdorf erneut mehr als 10.000 Besucher aus der ganzen Region gezählt. Sie atmeten den Duft von frischem Heu, informierten sich über gesunde Ernährung und moderne Landwirtschaft und nahmen das Obst gleich tüten weise mit nach Hause, Spezialitäten aus den Küchen der Landfrauen dito.

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Grafschafter sammeln Unterschriften gegen G√ľllebecken

Initiative

Grafschafter sammeln Unterschriften gegen Güllelager jov

 GRAFTSCHAFT.

 Die Grafschafter "Bürgerinitiative gegen das geplante industrielle Güllelager und die Massentierhaltung in der Oberen Grafschaft" (BI) hat einen neuen Vorstand gewählt. Vorsitzender bleibt Reinhold Hermann aus Gelsdorf.Vize ist Heinz Weber (Vettelhoven), Kassenwartin Elke Friedrich (Eckendorf), Schriftführer sind Andrea Mohr und Wolfgang Laffien (Bölingen), Beisitzer Eddy Königshoven (Vettelhoven) und Tanja Lühring (Gelsdorf). Die BI hat aktuell mehr als 80 Mitglieder. Sie hat Arbeitsgruppen gebildet, die die Bereiche Gesundheit, Umwelt und Recht betreuen.
Die Initiative habe bereits mehr als 1000 Unterschriften gegen die beiden Vorhaben in Gelsdorf (Gülle) und Esch (Schweinezucht) gesammelt und plane für kommende Woche die Übergabe einer entsprechenden Petition im Kreishaus. Öffentlichkeitswirksam will die Initiative am kommenden Dienstag agieren. Dann soll um 15 Uhr von Gelsdorf aus ein Protestmarsch zum geplanten Standort führen. Das erklärte die BI am Freitag.
"Gesundheitsgefährdung durch Gülle - das betrifft alle Bürger", so Hermann und verweist auf einschlägige Studien von Umweltbundesamt und Bundesinstitut für Risikobewertung. Für die Gülle aus Massentierhaltung gebe es definitiv keine Unbedenklichkeitsgutachten. Die BI sei jedoch darauf bedacht, keine Ängste zu schüren und strebe daher die zeitnahe Erstellung eines unabhängigen Gesundheitsgutachtens an.
Das geplante Güllelager von Bauer Theo Münch mit einem Abstand von rund 850 Metern zum Ortslage Gelsdorf stehe zudem in Widerspruch zur vom Ortsbeirat befürworteten Ortserweiterung und Ansiedlung von Neubürgern, findet Hermann, für die FWG selbst Mitglied des Gremiums.
"Diese gewünschte Ausdehnung in südöstlicher Richtung wäre für Gelsdorf unmöglich, da sich die in Frage kommenden Flächen durch das Güllelager nicht mehr als Neubau- und Wohngebiet vermarkten lassen", sagte Hermann. Das Güllelager, sollte es trotz der angemeldeten Bedenken kommen, bedeute eine Stagnation der Dorfentwicklung.
Die ablehnende Haltung eines großen Teils der betroffenen Anwohner gegen das geplante Güllelager bestärke die BI in ihrem Engagement, in erster Linie das Güllelager mit Nachdruck zu verhindern.
Sollte der Antrag des Landwirtes von der Kreisverwaltung genehmigt werden, behalte man sich allerdings vor, rechtliche Schritte dagegen einzuleiten. "Das schließe die Unterstützung von Privatklagen durch direkte Anlieger mit ein. Die Bürgerinitiative sehe aber die nachhaltige, heimische Landwirtschaft grundsätzlich positiv und verzichte daher an den heute beginnenden Tagen der offenen Höfe auf Aktionen. jovArtikel vom 19.10.2013

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